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Bau von 2 Ukulelen, Teil 6: Lackierung und Bundierung

In diesem Kapitel widme ich mich der Lackierung und Bundierung.

Zum Lackieren verwende ich immer noch am liebsten Nitrocellulose-Lack. Dieser Lack ist zugegebenermaßen nicht der umweltfreundlichste, für die Verarbeitung im Instrumentenbau im Heimwerkerbereich bietet er aber viele Vorteile. Bei der überaus überschaubaren Menge an Instrumenten, die ich produziere halte ich diesen Lack daher für vertretbar. Leider ist der Lack immer schwerer zu bekommen. Den hier abgebildeten Felgenlack kann ich für diese Anwendung leider nur bedingt empfehlen. Mit den Jahren haben die Ukulelen so einige Lackrisse bekommen. Mit Lack der Firma Clou habe ich diesbezüglich bessere Erfahrungen gemacht. Für dieses Projekt habe ich den hochglänzenden Lack in der Spraydose aber nicht bekommen.

Der Vorgang des Lackierens ist nicht sonderlich spektakulär. Es werden 6 - 8 Schichten mit der Spraydose aufgetragen. Nach jeweils 2 Aufträgen wird der Lack mit 400er Schleifpapier nass komplett matt geschliffen. Diesen Vorgang muss man solange wiederholen, bis man an keiner Stelle auf das Holz durchgeschliffen hat. Danach wird mit dem hier abgebildeten Schleifpapiersatz (Micromesh) angefangen mit 1200er Körnung bis 12000er Körnung geschliffen, geschliffen und geschliffen. Ist man bis zur feinsten Körnung vorgedrungen, ohne durch den Lack aufs Holz durchzuschleifen, wird man mit einer speigelglatten Lackoberfläche belohnt. Anderenfalls muss man wieder Lack auftragen und wieder schleifen. Mit Autopolitur und Polierwatte wird das Instrument zum Schluss auf Hochglanz poliert.

Bunddraht wird ringweise verkauft. Vom Bunddrahtring schneidet man mit einer Zange die benötigten Stücke ab und bringt sie Stück für Stück auf die benötigte Länge. Ich verrunde die Enden vor dem Einschlagen noch mir der Feile, weil ich finde, dass das besser aussieht.

Eingschlagen werden die einzelnen Stück dann mit dem Kunststoffhammer.

Jetzt werden die Bundkrohnen mit einer Flachfeile auf die gleiche Höhe gebracht. Hier muss solange gefeilt werden, bis an alle Bünden Feilspuren sichtbar sind. Damit ist sichergestellt, dass alle Bünde die gleiche Höhe haben. Das ist sehr wichtig, damit später die Saiten nicht schnarren.

Anschließend werden die Bundkrohnen mit einer speziellen Bundfeile wieder in runde Form gebracht. Hierbei muss man sehr konzentriert arbeiten, um das Griffbrett nicht mit der Feile zu bechädigen.

Zum Schluss werden die einzelnen Bünde mit 600er Schleifpapier und feiner Stahlwolle auf Hochglanz poliert. Ich verwende zum Schutz des Griffbretts eine Radierschablone, wie sie früher von jedem technischen Zeichner verwendet wurde. Andere kleben dafür jedes einzelne Feld mit Klebeband ab. Ich finde diese Variante allerdings wesentlich bequemer.



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